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Mama, bist du peinlich!


Wir leben in einer Zeit der vermeintlichen Schamlosigkeit. Jeder, angefangen vom Politiker bis zum Bankenchef, scheint sich zu nehmen was er will. Die Grenzen des guten Anstandes werden überschritten und so mancher Fernsehsender nutzt schamlos den Voyeurismus seiner Zuschauer aus, um Quote zu machen. Auf Teufel komm raus. 

 

Die neue Medien bringen peinliche Situationen schneller ans Licht.  Sie zerren auch den in die Öffentlichkeit, der es nur begrenzt wagt sich öffentlich zu zeigen und seine Meinung kund zu tun. So manches Partyfoto, in einer unglücklichen Situation aufgenommen, wird da zum Verhängnis und zu einem Ort der Peinlichkeit.  Verhindert auch leider so manchen guten Job, denn auch Chefs recherchieren mittlerweile in den neuen Medien gezielt nach ihren Bewerbern. 

 


Zeig dich nicht mehr als du verkraften kannst.


Wenn meine vermeintliche Fehler, von anderen kommentiert, öffentlich  sichtbar  oder mir bewusst gemacht werden, dann schäme ich mich.

Röte steigt mir ins Gesicht, ich bin zu tiefst getroffen und versuche zu retten was zu retten ist. 

Das können körperliche Mängel sein, wenn sich jemand über meine Figur auslässt, oder ein Fehlverhalten meinerseits kommentiert. Vielleicht habe ich unbewusst gegen gesellschaftliche Regeln verstoßen oder der Rock erschien jemandem zu kurz für den Bürostuhl. Vielleicht habe ich zu laut gelacht, mich zu auffällig benommen, zu viel geredet oder mich in den Vordergrund gespielt. Mich zu rücksichtsvoll verhalten oder einfach meinem Temperament seinen Lauf gelassen.

 

Oder der Lehrer hat mich vor der Klasse bloß gestellt und meine Mathematikarbeit vor der ganzen Klasse demontiert. Momente, die jeder kennt und mit denen man lernen muss umzugehen. Jeder Mensch kennt Scham und jede Kultur hat ein eigenes Schamempfinden. Oft jedoch sehr abweichende voneinander, was das zusammenleben nicht einfacher macht. 

 

 

Beschäme niemals einen Menschen,
so töricht und unwissend er auch sein mag,

und setze ihn nie in Verlegenheit,
vor allem niemals ein Kind

Charles Kingsley (1819 - 1875), englischer Pfarrer, Historiker und Schriftsteller

 

 

 

Schüchterne Menschen durchleben eine milde Form von Schamangst und leiden oft an einer Störung des Selbstwertgefühles und eines falschen Selbstbildes.  Neben der persönlichen Scham gibt es auch eine Kollektivscham.  Femdschämen ist ebenfalls eine Variante der Scham.

 

Wenn der Kampf um die Liegen am Schwimmingpool wettkampfähnliche Züge annimmt, dann ist das manchmal eher komisch als peinlich und dennoch ist Fremdschämen für die eigenen Landsleute angesagt.  Wegen einem verlorenen Fußballspiel der Nationalmannschaft habe ich mich allerdings noch nie geschämt. ;-)

 

 


Ich schäme mich so!


Was passiert nun wenn ich mich schäme?

 

Im ersten Moment bin ich irritiert und erschrecke vor dieser nun öffentlichen Tatsache. Im nächsten Moment wird mir die peinliche Situation schlagartig bewusst und löst körperliche Symptome aus. Der Magen krampft sich zusammen. Die Röte steigt mir ins Gesicht und am liebsten würde ich mich unsichtbar machen. So peinlich ist das.

 

Manchmal war mir die Situation zwar klar, aber ich dachte niemand würde es bemerken. Es wäre mein Geheimnis. Meistens ist es mir jedoch gar nicht bewusst und nur für andere offensichtlich. 

 

Jetzt ist es raus. Oh wie peinlich. 

 

 

 



Wie peinlich ist das denn?


Wie peinlich so manches süße Babyfoto oder Video werden kann, das ganz unbedarft in Facebook geteilt wir, das wird sich in den nächsten Jahren zeigen, wenn die Babys erwachsen werden.

 

Bereits kleine Kinder im Alter von 3 bis 4 Monaten kennen Schamgefühle. Sie sind abhängig vom Wohlwollen ihres Umfeldes.

 

"Der gute  Blick" und "der Glanz im Auge" des Betrachtes hilft dem Kind bei der Einordnung seines Ich und seiner Entwicklung.  Deshalb sind lobende und wohlwollende Eltern und Großeltern, und das gesamte Umfeld so wichtig für die Entwicklung eines Kindes und einer Persönlichkeit. Unachtsamkeit, Ignoranz und Aggressives Verhalten von Angehörigen sind Gift für Kinderseelen. Wie schnell ist hier das Selbstwertgefühl eines Kindes verletzt. 

 

Manches ungewollte Kind bekommt im Laufe seines Lebens bewusst oder unbewusst vermittelt. Du hättest gar nicht da sein sollen. Diese Botschaften reisen tiefe Wunden in die kleine Seelen und haben ungeahnte Spätfolgen.

 

Spätfolgen sind oft unausweichlich und äußeren sich in psychosomatischen Störungen wie Sucht, Burnout, Glücksuchen, Depression ,Schuldgefühlen und Ängsten.

 

Scham ist immer an psychosomatischen Störungen beteiligt und äußert sich in Wut, Traurigkeit, Zorn und Verletzungen.

 

 


Ich bin nicht gut genug


Sie können im Unbewussten das Gefühl eines Mangels hinterlassen.

Du bist nichts wert.
Du bist nicht in Ordnung.
Du bist nicht richtig.

Du bist nicht o.k.

 

und äußeren sich in Verhaltens- und Denkmustern.

 

 


Du gehörst nicht dazu


Unsere Zeit ist schnelllebig geworden. An jeder Ecke lauern Veränderungen. Gerade noch im Projekt und im Erfolgsrausch steht schon die nächste Herausforderung vor der Tür. Neuer Job, neue Menschen und neue Herausforderungen. Das bringt für viele Menschen Stress ins System.

 

Ständig müssen wir uns anpassen, neu entdecken und weiter entwickeln. Nie fühlt man sich angekommen sondern ist ständig auf der Suche nach sich selbst und der eigenen Identität. Seiner Persönlichkeit und seinem schönen Selbstbild.

 

Deshalb sind Identitäten heute sehr fragil. Flexibilität ist das Zauberwort, und so fühlen wir uns oft als Bruchstückmenschen, die ständig auf der Suche nach Anerkennung und Gesehen werden sind.

 

So brauchen wir die Resonanz unseres Gegenübers und sein Lob und seine wohlwollende Akzeptanz, für unser stabiles Selbstbild. Dabei gibt fast niemand mehr Lob und Anerkennung sondern erwartet sie nur. Die


8 Tipps die Masken der Scham zu lüften


Tiefsitzende Scham ist schmerzhaft und äußert sich in Verhaltensmustern, Eigenschaften und persönlichen Einstellungen. Meinungen, Gefühlen und Prägungen. 

Machen Sie sich ihre Scham bewusst und erkennen Sie Ihre Betroffenheit. Gestehen Sie sich diese ein.

 

Sprechen Sie es aus. Reden Sie mit jemandem Vertrauten darüber. Reden hilft enorm. 

 

Nehmen Sie Ihre Unvollkommenheit an und erlauben Sie sich nicht perfekt zu sein.

 

Haben Sie Verständnis für sich selbst.

 

Ermitteln Sie den Grad Ihrer Betroffenheit und beginnen Sie mit der minimalen Dosis. 

 

Zeigen Sie Ihren Ärger, die Wut, ihre Persönlichkeit ihre Schönheit.

 

Muten Sie sich jedoch nicht mehr zu als Ihre Seele verkraften kann. 

 

Suchen Sie sich Hilfe.



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